Symptome
- häufige Bauchschmerzen
- Schmerzen beim Stuhlgang
- Vermeiden von Toilettengängen
- Stuhlschmieren
- dünner Stuhl, häufig in kleinen Mengen
- harter Stuhlgang
Ursachen
- multifaktoriell, d.h. mehrere Gründe können zur Verstopfung führen
- Zusammensetzung des Mikrobioms (Besiedelung des Darms mit Bakterien)
- Ernährung (zu geringe Trinkmenge, ballaststoffarme Kost, zuckerreiche Kost)
- Infekte (veränderte Aktivität und Mikrobiom des Darms, erhöhter
- Flüssigkeitsbedarf, wenig Bewegung)
- psychische Komponenten (Vermeidungsverhalten durch Schmerzen, fremde
- Toilette, Druck von außen, Druck durch Sauberkeitserziehung, Scham)
Kinder geraten schnell in einen Teufelskreis.
Wer einmal die Erfahrung gemacht hat, dass harter Stuhlgang weh tut, vermeidet beim nächsten Stuhldrang den Gang zur Toilette und hält den Stuhl noch weiter zurück, was die Verstopfung noch weiter verschlimmert.
Therapiesäulen
- Ernährung
zu meidende Lebensmittel: Möhren, Bananen, Reis, Weißbrot, hochverarbeitete Lebensmittel (Fertiggerichte), zuckerhaltige Lebensmittel wie Süßigkeiten, gesüßte Getränke
günstige Lebensmittel: ballaststoffreich (Kiwi, Birne, Avocado, Erdbeere, Brokkoli, Hülsenfrüchte, Vollkornbrot, ungesüßter Tee, Wasser, Mischkost (reichlich Obst und Gemüse) - Bewegung (Kinderturnen/Sportverein/Spaziergänge/Fahrrad fahren)
- ausreichende Trinkmenge
- Medikamente
- Macrogol
Dabei handelt es sich um einen Quellstoff, der dafür sorgt, dass mehr Flüssigkeit im Darm bleibt, wodurch die Darmtätigkeit heraufgesetzt wird und es zur beschwerdefreien Stuhlentleerung kommt. Macrogol wird dabei nicht aufgenommen und wirkt somit auch nicht auf den Körper. Es kann und muss häufig über einen längeren Zeitraum gegeben werden. Wichtig! Bei einer Therapie mit Macrogol muss auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden, sonst kann es nicht die gewünschte Wirkung entfalten! - Einläufe (Mikroklistier)
- Macrogol
- Stuhltraining (10 min nach jeder Mahlzeit Versuch Toilette/Töpfchen, warme entspannte Umgebung, ggfs. Hocker vor der Toilette, um ein Abstellen der Füße zu ermöglichen)
- Aufklärung mit entsprechenden Büchern für ein gesundes Körpergefühl
Akute Verstopfung
- starke Schmerzen, geblähter Bauch, Stuhlverhalt
- ärztliche Vorstellung
- Ggfs. Einlauf (Mikroklistier nach ärztlicher Absprache)
- Macrogol für 4 Wochen oder länger
Dauer der Therapie
Initial 4 Wochen, kommt es nach einem Auslassversuch erneut zu Beschwerden, sollte über einen Zeitraum von 6 Monaten fortgeführt werden, bevor ein weiterer Auslassversuch gestartet wird.
Ziel: unter der Therapie sollte der Stuhlgang in der Konsistenz ähnlich wie Kartoffelpürree sein. Im Weiteren ist das Ziel 1-2 schmerzfreie Stuhlentleerungen alle 1-2 Tage vom Typ 4 der Bristol-Stuhlkarte (siehe unten) zu erreichen.
Verstopfung bei Säuglingen
Neugeborene Babys haben anfangs mehrmals täglich Stuhlgang. Im Verlauf ist bei vollgestillten Kindern eine Stuhlfrequenz von 1x alle 1-2 Wochen und bei Formula-ernährten Kindern Stuhlgang alle 1-3 Tage vollkommen normal, solange keine „Beschwerden“ auftreten. Sollten Schmerzen, fester Stuhlgang, ein harter Bauch oder eine Trinkunlust auftreten, stellen Sie Ihr Kind bitte vor.
Manche Kinder Schreien und Pressen stark während des Stuhlgangs und entleeren dann weichen, cremigen, senffarbenen Stuhl. Dies nennt sich Dyschezie und ist keine Verstopfung, sondern tritt im Zusammenhang mit der Darmreifung auf. Bei Unsicherheiten wenden Sie sich jederzeit an uns.
Mit Beginn der Beikost kann es vorübergehend zu einer Änderung des Stuhlgangs kommen: seltenere Stuhlentleerung von teilweise härterem Stuhlgang oder auch Schmerzen beim Stuhlgang. Unterstützend können dabei folgende Dinge helfen:
- Wasser anbieten in kleinen Mengen, initial 20-40ml am Tag, max 200ml/Tag im 1. Lj
- ballaststoffreiche Lebensmittel
- 1 TL ÖL (Rapsöl) oder Leinsamenschrot untermischen oder Haferflocken in Gebäck
- warmes Bad (entspannte Muskulatur)
- Bauchmassage (im Uhrzeigersinn von rechts unten)
- Bewegung und Bauchlage
Wann muss ich zum Arzt?
- Blut im Stuhl
- Schmerzhafter Stuhlgang
- geblähter Bauch
- ungenügende Gewichtszunahme oder Gewichtsstillstand

